Black Friday – Ein Plädoyer für Minimalismus

Happy Thanksgiving

In den USA wird heute Erntedank gefeiert und Football geschaut. Ein Ereignis dass normalerweise unbeachtet an mir vorüber geht. Doch nicht dieses Jahr, denn in der Werbung wird die „Cyber-Week“ und der „Black Friday“ kräftig beworben.black-friday

Schnäppchen wohin ich schaue. Doch ich verspüre gar keine Kauflust, im Gegenteil: Ich miste gerade kräftig aus. Tupperdosen, überzähliges Küchenbesteck und und und. Es ist der Hammer, was sich so alles angesammelt hat in den letzen 5 Jahren. So lange wohne ich nämlich jetzt schon in meiner Wahlheimat Mannheim. Während ich heute kräftig ausgemistet habe, ging mir ständig das Lied von Silbermond durch den Kopf: „Eines Tages fällt dir auf, dass du 99% nicht brauchst, du nimmst all den Ballast und schmeißt ihn weg, denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck.“

Doch wie kommt es zu meiner Aufräumaktion?

In der Flow habe ich den Artikel  „30 Tage Ausmisten“ gelesen und darin wurde das Minimalismus-Game vorgestellt. Hierbei geht es darum jeden Tag etwas auszumisten. Am ersten Tag eine Sache, am zweiten Tag zwei Sachen und so weiter. Am Ende des Monats hat man sich dann von 465 Dingen getrennt. Diese Zahl fand ich total krass und zugleich fragte ich mich: „Wieviel Zeug liegt unbenutzt bei mir rum? Was kann weg?“ Also startete ich Ende Oktober das Projekt. Wohlgemerkt einen Tag früher als geplant (der Start sollte eigentlich der 01.11. sein), weil ich ein bisschen verpeilt war :).

Ausmisten ist doch ganz easy, oder?!

Ähm naja, die erste Woche lief echt gut, so wanderten alte Terminkalender von 2016 in die Altpapiertonne, Kleidung wurde aussortiert und unnötiges Altpapier aus den Schubladen entfernt. Kennst du diese Kramschublade, wo alles reinwandert und dann nichts mehr heraus? In meiner fand ich Kassenzettel von 2014. Die erste Woche lief wunderbar, doch dann kam der Einbruch: Nach der Arbeit hatte ich einfach keine Lust mehr in meinen Sachen zu kramen und mich von Dingen zu trennen. Deshalb fiel auch der geplante Verkaufs-Besuch auf dem Kremplmarkt aus.  Denn ausmisten bedeutet nicht alles sofort in den Müll zu befördern. Heute habe ich mich dann aufgerafft und eine ganze Reihe von Dingen aussortiert (so um die 150). Doch wohin damit?

2. Chance für meine Sachen

Meine gut erhaltene Tupperware, überzählige Suppenkellen, Kochbücher und noch brauchbare Kleidung habe ich nicht einfach weggeworfen. Die Sachen waren einfach zu schade dafür. Da ich aber auch keine Lust hatte die Sachen einzeln auf der Facebook-Gruppe „Free your Stuff“ zu verschenken bin ich heute kurzerhand zum Sozialkaufhaus gefahren und habe meine Sachen dort abgegeben. Mit dazu habe ich 50! brauchbare Einkaufstüten (Papier, Plastik, Mehrweg) gelegt, die das Kaufhaus immer gut gebrauchen kann, damit die Kunden ihre Einkäufe darin verstauen können.

Meine alten Fachbücher vom Studium, CDs und DVDs packe ich die Tage in einem Karton zusammen und verkaufen sie an eine Gebrauchtwaren-Plattform. Wahrscheinlich wird es Rebuy oder Momox werden, das hängt davon ab, wer die besseren Preise für meine Artikel hat.

Und nicht mehr geliebte/gebrauchte Food-Dekoartikel wechseln hoffentlich beim Bloggerflohmarkt die Besitzerin. Was hier noch übrig bleibt, geht auch ans Sozialkaufhaus.

In Mannheim gibt es für Bücher auch Bücherschränke. Diese findest du vor der Abendakademie, im Luisenpark und in der Neckarstadt-West am Neumarkt. Hier kannst du nicht mehr benötigte Bücher reinstellen und auch Bücher, die dich interessieren mitnehmen. Offene Bücherschränke gibt es in der gesamten Rhein-Neckar-Region, eine Liste findest du hier .

Meine Zwischenbilanz

Ich bin noch lange nicht fertig mit Ausmisten. Aber ich habe das wirklich unterschätzt. Bei meiner Mammut-Aktion heute habe ich schon gemerkt, dass es mir von Teil zu Teil schwerer fällt, mich davon zu trennen. Nicht weil die Sachen mega teuer waren sondern weil es teilweise Sachen sind, die ich mir für meine erste eigene Wohnung gekauft habe. Da wären die rot-orangenen Handtücher, super Qualität und auch nach mittlerweile 14 Jahren ist ihnen ihr Alter nicht anzusehen. Doch benutze ich sie so gut wie nie, da ich mein Bad in blau-grün gestaltet habe und die Handtücher nur in der Kommode „abhängen“. Sie befinden sich jetzt in einer Übergangskiste, mal sehen, ob ich mich innerhalb der nächsten vier Wochen davon trennen kann. Doch warum fällt es mir so schwer mich davon zu trennen? Auch das beschreibt der Flow-Artikel gut: Es ist der „emotionale Leim“. Die Handtücher erinnern mich an meine erste eigene Wohnung, die Unabhängigkeit und das damit verbundene Gefühl von Freiheit. Also hänge ich an den Handtüchern, weil sie mich an diese Zeit erinnern. Geht dir das auch so? Hast du auch Dinge von denen du dich nicht trennen kannst, obwohl du sie gar nicht mehr benutzt? Ich freue mich, wenn du mir in den Kommentaren dazu schreibst.

Wie geht es jetzt weiter?

Blicke ich auf den heutigen Tag zurück, so bin ich echt erstaunt, wie sich allein über 50 Einkaufs-Tüten bei mir heimisch gefühlt haben, ohne dass ich sie ein zweites Mal gebraucht habe. Und auch der Kleiderschrank ist noch gut gefüllt, obwohl zwei große Plastiksäcke heute die Wohnung verlassen haben. Ich habe definitiv zu viel Zeug, das „Minimalismgame“ geht weiter. Wenn auch in abgewandelter Form, denn tägliches Ausmisten mag ich gerade nicht so. Mein erster Vorsatz ist es, die gute alte Baumwolltasche noch mehr zu nutzen, damit ich nicht wieder unnötig Einkaufstüten ansammle.

Hast du Lust noch mehr über das Thema Minimalismus zu lesen? Dann schreib mir!

 

6 Antworten auf „Black Friday – Ein Plädoyer für Minimalismus“

  1. Toller Blogpost und ein wirklich interessantes Thema! Darüber sollte ich auch mal nachdenken! Vielen Dank für den Denkanstoß.

  2. Was bei dir.die Tüten sind, sind bei mir Bücher. Da hängt allerdings so viel emotionaler Leim dran…mal sehen, ob ich irgendwann auch mal mit dem Ausmisten starte, dann bekommt vielleicht auch das ein oder andere Buch einen neuen Besitzer.

  3. Hi Anja,
    das ist ein super Beitrag! Ich bin auch gerade am Ausmisten und bei mir hängt das echt von der aktuellen Tagesform ab, von wie viel ich mich trennen kann 😀
    Liebe Grüße,
    Steffi

  4. Liebe Anja,
    schon irre, wie befreiend es sein kann, sich von Ballast zu befreien! Obwohl ich das weiß, fällt es mir im Alltag schwer und ich brauche dann auch eher die „Gewaltaktionen“, bei denen mich Überflüssiges dann gleich Müllsäcke-weise verlässt. Ich wollte mich mal näher mit der Konmari-Methode beschäftigen. Darüber habe ich viel Gutes gelesen. Hört sich allerdings nach viel Arbeit an bis man es geschafft hat.
    Herzlichst, Conny

  5. Liebe Anja,
    das Aussortieren ist bei mir auch schon längst überfällig…Ihr Beitrag gibt mir den “letzten Schubs“ und so werde ich in den nächsten Tagen von allerlei Angesammeltem befreien. Es gibtso viel, was anderen noch nützlich sein kann…
    Viele Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit…
    Annett

  6. Liebe Anja,
    Das ist ein wirklich toller Artikel. Auch ich sollte mal wieder ausmisten.
    Immerhin habe ich beim Konsum mittlerweile ein gesundes Level erreicht. Zumindest glaube ich das. 😉
    Zum Thema Ausmisten kann ich dir noch das Buch magic cleaning von Marie Kondo empfehlen.
    Liebe Grüße katja

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